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Vertreibungs-Schicksale

Walter Hönig aus Hinrichssegen feierte jetzt 90. Geburtstag

Arbeitsleben an der Spree - Lebensabend an der Mangfall

007.02.12|Bad Aibling|Bad Aibling|


Hinrichssegen - Von Oberschlesien über das Sudetenland und Berlin nach Oberbayern verlief die "geografische Lebenslinie" von Walter Hönig, der bei guter Gesundheit in seinem Haus in Hinrichssegen seinen 90. Geburtstag feierte.

"Geburtstagskind" Walter Hönig (Mitte) umringt von den Gratulanten (von links) Margarete Stüber und Manfred Maier (Sudetendeutsche Landsmannschaft), Bürgermeister Franz Heinritzi und Christa Höppler (AWO). Foto Baumann

© OVB

"Geburtstagskind" Walter Hönig (Mitte) umringt von den Gratulanten (von links) Margarete Stüber und Manfred Maier (Sudetendeutsche Landsmannschaft), Bürgermeister Franz Heinritzi und Christa Höppler (AWO). Foto Baumann

Das "Geburtstagskind" erblickte in Türmitz (Oberschlesien) das Licht der Welt, kam aber schon im Säuglingsalter nach Jägerndorf im Sudetenland (heute Tschechische Republik). Er besuchte in Troppau die Handelsschule, wurde Großhandelskaufmann. 1941 wurde er zum Arbeitsdienst, später zur Luftwaffe eingezogen, wo er im Zweiten Weltkrieg bei einem Kampfgeschwader eingesetzt war. Das Kriegsende erlebte er in Österreich, die Wehrmacht-Entlassungspapiere wurden ihm 1945 in Rosenheim ausgehändigt.

Kurz darauf siedelte er nach Berlin über und schloss dort mit seiner Frau Christl (2002 verstorben) den Bund der Ehe, aus dem zwei Töchter, zwei Enkel und zwei Urenkel hervorgingen. Er arbeitete bei der amerikanischen Besatzungstruppe, danach bei einer Brauerei als Spritzlackierer und wechselte später in den kaufmännischen Bereich des Unternehmens, in dem er bis zum Ruhestand tätig war. 1981 zog er nach Hinrichssegen, wo sich sein Vater kurz nach Kriegsende niedergelassen und bei der seinerzeitigen Tuchfabrik gearbeitet hatte. Auf dem elterlichen Grundstück in Hinrichssegen baute er sein Haus, in dem er noch immer - unterstützt von Nachbarin Hanni - selbstständig seinen Haushalt meistert.

Der Jubilar hat früher mit viel Liebe seinen Gemüsegarten bestellt, fährt noch heute gerne mit dem Fahrrad und spielt auf seinem Keyboard Operettenmelodien und Klassiker von Schumann und Chopin. Außerdem klopft er seit jeher gerne Skat und hat früher mit dem Skatclub Rosenheim sogar Turniere im Ausland bestritten.

Hönig ist Mitglied bei der AWO, der Siedler- und der Seligergemeinde, der Sudetendeutschen Landsmannschaft und gehört seit 60 Jahren der Gewerkschaft an. Die Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachte Rathauschef Franz Heinritzi, der den Jubilar "Sprachrohr und heimlichen Bürgermeister von Hinrichssegen" nannte. Ebenfalls mit Geschenken gratulierten Margarete Stüber und Vorstand Manfred Maier für die Sudentendeutsche Landsmannschaft und Christa Höppler für die AWO. bjn