Sudetendeutsche, Heimatvertriebene, Haus der Heimat in Wien, Sudetendeutscher Heimattag, Märzgedenken, Zeitgeschichte, Böhmen-Mähren, Sudetendeutscher Pressedienst, Sudetenpost, Publikationen
Die Wahrheit zur Vertreibung ist zumutbar

 

Wien, am 24. Juli 2013

Die Wahrheit zur Vertreibung ist zumutbar

Utl.: Gleich was im August 1945 in Potsdam beschlossen wurde

"..... Die Vertreibung war, was immer die Siegermächte in Potsdam im August 1945 beschlossen haben, ein Verbrechen.

Meine Familie kam glimpflich davon. Aber viele Menschen wurden erschlagen, gequält, alle entschädigungslos enteignet. Das Schicksal meiner Volksgruppe habe ich in dem Buch 'Die Vertreibung' beschrieben.

Gegen Ende unseres Lebens wollen wir, die Flüchtlinge und Vertriebenen des Jahres 1945, darüber offen reden und uns unseres Schicksals vergewissern. Das lassen wir uns nicht verbieten, auch nicht von jenen Nachbarvölkern, die ohne Zweifel von der Generation unserer Großväter und Väter, ein paar Großmütter und Mütter eingeschlos-sen, ungerecht angegriffen, dezimiert, ihrer Würde und vieler Lebenschancen beraubt wurden.

Diese Nachbarvölker lassen sich von uns auch nichts verbieten, zu Recht. Man denke an die Ehrungen des Vertreibers Edvard Beneš in Prag.

Mir muss man über die Nazis nichts erzählen. Meine Genossen wurden von ihnen in die Konzentrationslager gesperrt, in die Emigration getrieben oder getötet...

Willly Brandt hat aber auch, 1966 und als Außenminister, im Parlament gesagt:

'Niemand wird nachträglich seine Zustimmung zum bitteren Unrecht der Vertreibung geben oder uns abverlangen können'. Ich lasse mir nicht einreden, dass eine korrekte Darstellung der Vertreibung von 1945 und die Forderung, die unschuldigen Opfer dieser Vertreibung nicht zu vergessen, auf eine Rehabilitierung der Nazis und auf eine Beschuldigung der Nachbarvölker hinausliefe ...

Unverständlicher ist mir die deutsche Babyboom-Linke, die so tut, als seien die Polen (sic: und andere) Unmündige, denen man die Wahrheit nicht zumuten und jede Exaltation nachsehen müsse...

Die Frage 'Wollt ihr denn das Verhältnis zu den Polen (sic: und andern) nachhaltig beschädigen' ist falsch gestellt. Man muss - im neuen Europa - wenigstens offen reden können. Für das deutsch-polnische (sic: und andere) Verhältnis tragen Polen (sic: und andere) genauso Verantwortung wie wir....."

Zitiert aus dem Buch/Econ-Verlag 'Von Heimat zu Heimat' des verstorbenen Peter Glotz (geb. 1939/Eger. SPD-MdB/ SPD-Bundesgeschäftsführer unter Bundeskanzler Willy Brandt/Präsident der Kultusministerkonferenz/Gründungsrektor Universität Erfurt/Prof. Hochschule St. Gallen/Beirat 'Zentrum gegen Vertreibungen')