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Unsere Kommunisten – in der Zwischenkriegszeit – in der ČSR

Unsere Kommunisten – in der Zwischenkriegszeit – in der ČSR

Utl.: KPČ (Kommunistische Partei ČSR) damals besser als ihr Ruf

 

Der V. Kongress der Komintern (=3. „Kommunistische Internationale“) bekannte sich 1923 ausdrücklich zum Selbstbestimmungsrecht. Der Generalsekretär Manuilski stellte damals fest:

1.     Feststellung des Generalsekretärs:

„Der tschechoslowakische Staat hat deutsche Industriegebiete mit 3,7 Millionen deutscher Menschen annektiert.“

2.     Kongressbeschluss:

„…dass es eine tschechoslowakische Nation nicht gibt – in der Tschechoslowakei jedoch zahlreiche Minderheiten leben – und demzufolge die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei die Aufgabe habe, hinsichtlich dieser Minderheiten das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu proklamieren und in die Tat umzusetzen, einschließlich des Rechtes, sich voneinander zu trennen.“

 

Zentralkommitee der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, Prag

Der VI. Parteitag der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPČ) forderte 1931 erneut das Selbstbestimmungsrecht der Sudetendeutschen, hin bis zur Loslösung vom tschechischen Staat:

2.     Hauptlosungen

Für die gegenwärtige Phase des Kampfes um die Befreiung der unterdrückten Nationen aus dem nationalen und sozialen Joch in der Tschechoslowakei stellt die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei folgende Hauptthesen auf:

Gegen         die Besetzung des deutschen Teiles von Böhmen… und deren Räumung von Organen der tschechischen Okkupationsmacht.

Für das       Selbstbestimmungsrecht der Nationen bis zur Lostrennung vom Staate. Gegen die obligatorische Staatssprache.

Gegen         die rückschrittlichen Sprachgesetze und für freie Verwendung der nicht-tschechischen Sprachen im amtlichen Verkehr und im öffentlichen Leben.

Gegen         die nationalistische Schulpolitik der tschechischen Bourgeoisie in den besetzten Gebieten. Anstelle der tschechisierten Schulen eine genügende Anzahl von Schulen in der Muttersprache.

Gegen         die Säuberung des staatlichen Apparates und der staatlichen Unternehmungen von Angehörigen der unterdrückten Nationen.

Gegen         die nationale Unterdrückung in der Armee.

Kampf        dem bürgerlich-sozialfaschistischen Betrug mit der Losung „Kulturautonomie“.

Kampf        dem Betrug mit der Losung „Autonomie“ im deutschen Teil von Böhmen.

Kampf        dem imperialistischen Betrug mit der tschechoslowakischen Staatsidee.

 

Václav Kopecky (1897-1961), Abg. der ČSR forderte 1931 im Abgeordnetenhaus:

Wir tschechischen Kommunisten … erklären … dass wir … das Selbstbestimmungsrecht bis zur Abtrennung der vom tschechischen Imperialismus unterdrückten Teile des deutschen Volkes bis zur letzten Konsequenz wahren und durchsetzen werden.

KPČ damals besser als Ihr Ruf – eine Partei aller Nationalitäten – nach 1933/34 prosowjetischer-stalinistischer Kurswechsel (Volksfront)!