Sudetendeutsche, Heimatvertriebene, Haus der Heimat in Wien, Sudetendeutscher Heimattag, Märzgedenken, Zeitgeschichte, Böhmen-Mähren, Sudetendeutscher Pressedienst, Sudetenpost, Publikationen
Tod von Bürgermeister Przewdzing

 

Wien/Ratingen, am 24. Feber 2014

 

Klaus Plaszczek zum Tod von Bürgermeister Przewdzing:

„Wir brauchen keine voreiligen Schlüsse, sondern eine umfangreiche und lückenlose Aufklärung“

Utl.: Oppelner Staatsanwalt spricht von brutalem Mord

Zum Tod des Bürgermeisters von Deschowitz / Oberschlesien, Dieter Przewdzing, erklärt der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. Klaus Plaszczek:

„Die Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. trauert um einen aufrechten Deutschen und einen herausragenden Kommunalpolitiker, der am Dienstagabend, 18. Feber 2014, unter dramatischen Umständen ums Leben kam. Die Oppelner Staatsanwaltschaft spricht von brutalem Mord. Dieter Przewdzing war als Bürgermeister von Deschowitz / Zdzieszowice einer der dienstältesten Gemeindeoberhäupter ganz Polens.

Er war zudem einer der verdientesten und profiliertesten Kommunalpolitiker in Oberschlesien. Seit der politischen Wende hat er die Bürgermeisterwahlen als Kandidat des Wahlkomitees der deutschen Minderheit stets gewonnen und sich über die Gemeindegrenzen hinaus einen ausge-zeichneten Ruf erworben.

Dieter Przewdzing wurde zuletzt durch seine Forderung nach wirtschaftlicher und kultureller Autonomie für Oberschlesien bekannt. Er kritisierte die zentralistischen Strukturen in Polen als wirtschaftlichen Nachteil für Regionen und Kommunen, vor allem den Mittelabfluss nach Warschau.

Mit dieser Forderung und Kritik hat sich Przewdzing in nationalistischen Kreisen, die ihm Separatismus vorwarfen, keine Freunde gemacht. Mehrfach wurden Äußerungen laut, dass der Mann weg müsse.

Ich möchte davor warnen, voreilige Schlüsse aus diversen Zusammenhängen zu ziehen, die sicherlich hergestellt werden könnten und bereits jetzt in der öffentlichen Diskussion Platz haben.

Wir Oberschlesier appellieren an sämtliche beteiligten polnischen Behörden, eine umfangreiche und lückenlose Aufklärung der Umstände des Todes von Dieter Przewdzing herbeizuführen. Die Untersuchungen müssen ganz unvoreingenommen durchgeführt werden. Bereits jetzt ist innerhalb der deutschen Minderheit aufgrund der möglichen Tatzusammenhänge eine große Verunsicherung aufgetreten. Die Ermittlungsbehörden müssen alles dafür tun, diese Verunsicherung zu zerstreuen.

Heute trauern wir um unseren Landsmann. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Es ist ein trauriger Tag für die deutsche Minderheit, aber auch für unsere ganze Heimat“.

INFO: Siehe auch http://www.vdg.pl/de/article/1558-tod-von-dieter-przewdzing-aufruf-zur-speziellen-aufsicht-ueber-das-ermittlungsverfahren

 

Weitere Informationen erteilt:

 

SEBASTIAN WLADARZ

Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.

Leiter der Bundesgeschäftsstelle

Fon: +49 (2102) 68033 | Fax: +49 (2102) 66558, Mobil: +49 (177) 7158220

Email: bundesverband@oberschlesien.de

 

********************************************.

Tod von Dieter Przewdzing: Aufruf zur speziellen Aufsicht  über das Ermittlungsverfahren

Uns erreichte die Nachricht über den Tod von Dieter Przewdzing, Bürgermeister von Odertal O/S, Mitglied der deutschen Minderheit, unermüdlicher Initiator und Verbreiter der Idee der Autonomie Schlesiens – schreibt der Vorsitzende des Verbandes deutscher Gesellschaften Bernard Gaida über den Tod von Dieter Przewdzing.

Er bezeichnete sich zugleich als Schlesier und Deutscher, aber auch ein Bürgermeister für alle unabhängig von der Herkunft. Die wirtschaftliche Autonomie war laut ihm eine Chance für alle Schlesier. Für diese Idee suchte er nach Befürwortern auch in anderen Regionen Polens.

Die Idee der weitgehenden Vertiefung der Unabhängigkeit fand viele Anhänger aber auch viele Gegner, die sie und ihren Schöpfer zu diskreditieren versuchten. Es wurden Proteste und Demonstrationen organisiert und Versuche unternommen, Justizorgane gegen ihn einzusetzen.

Aufgrund dessen, daß die Tätigkeit von Dieter Przewdzing eine öffentliche Diskussion initiierte, und seine enge Verbundenheit mit der deutschen Minderheit sehr feindliche Einstellungen hervorgerufen hat  und die Medien einen Mordfall vermuten, richten wir an die höchsten Regierungsorgane einen Aufruf und gleichzeitig eine Bitte zur speziellen Aufsicht über das Ermittlungsverfahren bezüglich seines Todes und eine dringende Enthüllung der Ergebnisse.

Der Tod unseres Kollegen und Freundes erfüllt uns mit tiefer Trauer aber auch Unruhe. Der Familie des tragisch Verstorbenen spreche ich mein tiefes Beileid aus. Dieter Przewdzing bleibt sowohl in unserer Erinnerung als auch in unseren Gebeten.

 

Bernard Gaida

Vorsitzender des VdG-Vorstandes

Quelle: VdG – 19. 2. 2014 - Autor: Łukasz Biły