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Falscher Vergleich Sudeten-Krise 1938 mit Krim-Krise 2014

Im Zentrum | ORF-Diskussionsrunde | Rostyslav Tys | Gerhard Zeihsel | Sudetenland | Lord Runciman |

 

Wien, am 3. März 2014

Falscher Vergleich Sudeten-Krise 1938 mit Krim-Krise 2014 bei „Im Zentrum“ / ORF-Diskussionsrunde

Utl.: Ukrainischer Diskussionsteilnehmer historisch schlecht informiert!

Bei der gestrigen Diskussion „Ukraine – Angst vor Krieg“ hat Rostyslav Tys – ein Ukrainer in Österreich – einen falschen Vergleich zwischen der Sudetenkrise 1938 und dem Bruch des Völkerrechts durch Russland auf der Krim/Ukraine, gezogen.

Dazu berichtigt der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), Gerhard Zeihsel:

„Am 14.9.1938 berichtete der von England und Frankreich beauftragte Lord Runciman über die unhaltbaren Zustände in den sudetendeutschen Gebieten und empfahl die Übertragung der mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebiete der ČSR an Deutschland.

Am 19.9.1938 gab es die gemeinsame Note der englischen und französischen Regierung an die tschechoslowakische Regierung in der die unbedingte Abtretung als unumgänglich erforderlich und auch durchzuführen ist. Am 21.9.1938 hat die tschechoslowakische Regierung – unter diesem Druck – diese Abtretung angenommen, mit dem Hinweis, dass die zur Durchführung  bestimmten Maßnahmen im Einvernehmen getroffen werden sollen.

Am 29./30.9. 1938 gab es das Vier-Mächte-Übereinkommen in München. Dort kam man überein, dass hinsichtlich der Abtretung des sudetendeutschen Gebietes (vom 21.9.1938) eine grundsätzliche Einigung erzielt wurde, und nun die Modalitäten dieser Abtretung festgelegt wurden. U.a.: 1. Die Räumung beginnt am 1.10.1938. 7. Ein Optionsrecht für den Austritt aus diesen Gebieten (für die tschechische Bevölkerung). Von ANNEXION kann keine Rede sein!

Weiters meinte Tys, dass nach der Einverleibung des Sudetenlandes durch Deutschland, Österreich einverleibt wurde – das stimmt natürlich auch nicht: Österreich wurde bekanntlich schon am 13.März 1938 – also vor dem Sudetenland – ins Deutsche Reich eingegliedert – auch unter Jubel der Bevölkerung!

Es ist nur traurig, dass dies niemanden in der Diskussionsrunde auffiel“, schloss Zeihsel.