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Armenier in Deutschland zeigen Haltung

 

Wien/Bochum, am 20. März 2014

 

Peinliche Geschichtsvergessenheit – Armenier in Deutschland zeigen Haltung

Wie geschichtsvergessen muss eine Gesellschaft eigentlich sein, um einen kaiserlich-osmanischen Gala-Abend zu feiern und das dann auch noch als Ausweis der Völkerverständigung zu etikettieren?

Das fragt der Armenisch-Akademische Verein 1860 e.V. (AAV) angesichts einer

Veranstaltung, die für den 22. März im Berliner Schloss Charlottenburg angekündigt wird.

Den Historiker packt das Grausen, den politisch aufgeklärten Bürger die kalte Wut: Ausgerechnet in dieser Zeit, in der Deutschland beginnt, das Erbe des ersten Weltkriegs neu aufzuarbeiten, soll nun die „historische Freundschaft“ zwischen osmanischem Reich und deutschem Kaiser-reich wiederbelebt werden?

Wird der Gala-Abend, in den ehrwürdigen Räumen des Preußischen Kulturbesitzes, die 300.000 armenischen Opfer der hamidischen Massaker von 1894-1896 ehren? Wird der Gala-Abend die Opfer des großen Weltkriegs ehren? Wird der Gala-Abend die eineinhalb Millionen Armenier ehren, die im Windschatten des Kriegs und unter den Augen der verbündeten Deutschen abgeschlachtet wurden? Wird der Gala-Abend der Hunderttausenden Assyrer/Aramäer, Eziden und kleinasiatischen Griechen gedenken, die ebenfalls Opfer dieses türkischen Völkermords wurden?

Während die Überlebenden und deren Nachfahren sich auf den 100. Gedenktag zum Völker-mord von 1915 vorbereiten, soll hier offenbar einmal mehr der Versuch unternommen werden, die Geschichte umzuinterpretieren.

Das ist eine Beleidigung der Opfer, es ist aber auch eine Beleidigung für jeden demokratisch gesinnten Deutschen, der seine Lektion aus der Geschichte gelernt hat.

Der AAV fordert alle Empfänger der Einladungen auf, sich zu verweigern und den Veranstaltern die rote Karte zu zeigen.

 

 

Vorstand des Armenisch-Akademischen Vereins 1860 e.V

Postfach 250 110

D-44739 Bochum

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