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Tschechisierung

 

 
Wien, am 20. Feber 2012
„Ach, diese Tschechisierung“
Utl.: Daruše Burdová setzt sich für Mendel und Prießnitz als Deutsche ein
 
In der tschechischen Tageszeitung „Lidové noviny“ vom 14.2.2012 setzt sich Daruše Burdová aus Olmütz / Olomouce in Nordmähren gegen die Tschechisierung sudetendeutscher Persönlichkeiten in der Tschechischen Republik ein.
 
Sie bringt den Biologen Johann Gregor Mendel – den Biologen und Entdecker der Mendel-Regeln, die die Grundlage für die heutige Genetik bildeten als ein Beispiel. Er wurde 1822 in Heinzendorf bei Odrau geboren und starb 1884 in Brünn. Er stammt aus Österr.-Schlesien aus einer deutschen Bauernfamilie, wo viele Jahrhunderte Deutsche siedelten. Mendel war seit 1868 Prälat und Abt des Augustinerstiftes in Alt-Brünn. Im Klostergarten führte er die berühmten Kreuzungsversuche durch, wovon er die Vererbungsgesetze ableitete.
 
Als weiteres Beispiel fragt Frau Burdová: „Warum wurde auf dem alten Denkmal von Vinzenz Prießnitz in Gräfenberg /Gräfenberk nach Jahrhunderten der tschechisierte Name Čeněk Priessnitz nachgetragen?
Prießnitz wurde 1799 in Gräfenberg bei Freiwaldau / Jesenik, Österr-Schlesien geboren, wo er auch 1851 verstarb. Der Bauer Prießnitz ist einer der Begründer der Naturheilkunde. 1826 richtete er in Gräfenberg auf seinem Gut eine Kaltwasseranstalt ein, um die er schwer zu kämpfen hatte, zunächst war er sogar wegen Kurpfuscherei angeklagt. Später kamen jedoch Personen von höchstem Adel zu ihm zur Kur und Vinzenz Prießnitz wurden viele Ehrungen zuteil. Prießnitz, mit Hans Kudlich dem Bauernbefreier durch gemeinsame Ahnen verbunden, wurde auch literarisch durch Hugo Scholz (Heilendes Wasser) und Robert Hohlbaum („Der Kurfürst“) geehrt.
Die deutsche Heilpraktikerschaft verleiht die Prießnitz-Medaille an Personen, die sich um die Naturheilkunde besondere Verdienste erwerben.
 
Gerhard Zeihsel, der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) versteht nicht, dass ein Kulturvolk – wie es die Tschechen sein wollen – immer wieder versucht sich mit fremden Federn zu schmücken. „Sie sollten die Größe – wie Frau Daruše Burdová – aufbringen und auch die Leistungen „ihrer“ ehemaligen deutschen Mitbürger auf dem gemeinsamen Boden der Wenzelskrone anzuerkennen und zu schätzen. Das neue Museum der Deutschen in Aussig an der Elbe / Ustí nad Labem / Nordböhmen hat dafür eine wichtige Aufgabe übernommen, der es gerecht werden möge, schloss Zeihsel.