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Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)

 

Kein Deutsch auf der Burg…oder statt deutsch chinesisch?

Was selbst die Nazis noch am Anfang ihrer Besetzung von Prag zuließen, eine Zweisprachigkeit - deutsch und tschechisch - missfällt der verflosse-nen Ersten Dame des Staates, Livia Klaus:

Sie mag keine deutschsprechende First Lady auf der Prager Burg, weshalb sie ihre Empfehlung an die tschechi-schen Wähler gab:

wählt Miloš Zeman, er hat keine deutschsprechende, österreichische Gattin wie der Kontrahent Karel Schwarzenberg.

Dabei ist Madame Klaus selbst auch Ausländerin, sie ist Slowakin, aber ihre Meinung wird von vielen geteilt und hat schließlich nicht unmaßgeblich dazu geführt, dass jetzt der deutschfeindliche Miloš Zeman mit seinem Spruch von 2002: „die Sudetendeutschen sind die Fünfte Kolonne Hitlers gewesen“ Präsident auf der Burg geworden ist und nicht die weltoffenen Schwarzenbergs.

Dieser lächerliche Diskurs wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht in Tschechien tatsächlich in vielen Kreisen eine Feindlichkeit gegenüber der deutschen Sprache existiert, wie in kommunistischen Zeiten, wo deutsch zu sprechen, selbst den deutschstämmigen Familien, verboten war. Es scheint sich heute die Situation vielerorts zu verschlechtern, und zwar mitunter unter dem Vorwand der Internationalität der englischen Sprache. Deutsch sei eben keine internationale Sprache wurde mir kürzlich aus Trautenau´s Institutionen mitgeteilt.

Natürlich wird auch in deutschen Wissenschaftskreisen die Frage gestellt, wieweit Englisch das Deutsche verdrängt. Aber im Riesengebirgsgebiet ist das schon was Anderes als in den Universitätskreisen der Großstädte. Zum Beispiel werden die Jahrbücher aus den Museen etc. nur noch in Tschechisch erscheinen, mit einem englischen Exzerpt, das seien auch die Richtlinien, die von zentralen Regierungsstellen erlassen werden. In einer Gegend, in der alle historischen Quellen und Objekte das Leben und Wirken der deutschen Bevölkerung widerspiegeln, ist es natürlich fraglich bzw. wem nützt es, wenn sie neben tschechisch in Englisch präsentiert werden, obwohl kaum Interessierte aus den angelsächsischen Ländern in diesen Regionen - weder als Wissenschaftler noch als Touristen - vorbeischauen.

Auch sind im Trautenauer Gebiet – anders als im Riesengebirgsdistrikt Freiheit/Marschendorf – noch keine Anstalten zu erkennen, wirklich international zu werden, nämlich die Benennungsschilder von Sehenswürdigkeiten in den vier Sprachen tschechisch, polnisch, deutsch, englisch anzubringen.

Zufällig ist im Augenblick im RBB-Fernsehen, Radio Berlin-Brandenburg, eine Sendung in Sorbisch, die hier eine offizielle Sprache ist.

Selbst in Schatzlar, wo ja noch eine nennenswerte deutschstämmige Population anzutreffen ist, würde sich niemand aus dieser Bevölkerungsgruppe trauen, einen Antrag gemäß den EU-Richtlinien, auf zweisprachige Orts- und Straßenschilder zu stellen.

Die Angst der Vergangenheit steckt den Menschen noch in den Knochen und scheint sich zu vererben und unter dem Vorwand der Internationalität der englischen Sprache machen die jungen Leute auch nicht von ihrem Recht Gebrauch.

Ich habe übrigens den entsprechenden Stellen in Trautenau/Trutnov vorgeschlagen, wenn sie international sein wollen, sollten sie mit mir chinesisch korrespondieren, denn das sei die Sprache, die mittlerweile von der Mehrheit der Menschheit gesprochen wird. Ich habe Sinologie studiert und würde da mithalten können.Tschechisch zu lernen, war mir nicht möglich, da ich mit zwei Jahren aus dem Land geschmissen wurde.

Seither ist Funkstille aus Trautenau, mit Peking habe ich Kontakt!

Jenny Schon, Berlin/Trautenau

 

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