Sudetendeutsche, Heimatvertriebene, Haus der Heimat in Wien, Sudetendeutscher Heimattag, Märzgedenken, Zeitgeschichte, Böhmen-Mähren, Sudetendeutscher Pressedienst, Sudetenpost, Publikationen
Sudetentag Pressekonferenz

Sudetendeutscher Tag | Augsburg | Pressekonferenz | Sudetendeutsche | Franz Pany | Bundesvorsítzender | Bernd Posselt | MdEP | Sudetendeutscher Sprecher | Horst Seehofer | Ministerpräsident

64. Sudetendeutscher Tag - 18.-19.Mai 2013 in Augsburg

17. Mai: Eröffnungspressekonferenz

(v.l.) Franz Pany, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft; Bernd Posselt MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

 

Sudetendeutscher Tag: Wendepunkt der Beziehungen

Augsburg. Das Wort von Ministerpräsident Horst Seehofer, Schirmherr der Sudetendeutschen,  vom „Wendepunkt“  in den bayrisch-tschechischen und sudetendeutsch-tschechischen Beziehungen durch den München-Besuch des tschechischen Premiers Petr Nečas präge auch den 64. Sudetendeutschen Tag an diesem Pfingstwochenende in Augsburg,  erklärte der Sprecher, als oberster politischer Repräsentant,  der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt MdEP bei der Eröffnungspresse-konferenz. 

Posselt begrüßte die zwischen beiden Regierungschefs getroffenen Vereinbarungen und betonte, dass auf die Sudetendeutschen jetzt „eine Menge an Arbeit und Möglichkeiten“ zukomme. Nečas  habe den „Anfang eines Dialoges“ angekündigt, der in konkreten Punkten wie gemeinsamer Kultur-, Geschichts- und Gedenkstättenpolitik, einer offiziellen Partnerschaft zwischen dem entstehenden Sudetendeutschen Museum in München und seinem Pendant im nordböhmischen Aussig, einer gemeinsamen Landesaus-stellung „mit wahrheitsgemäßer Dokumentation der Geschichte“ und einem bayrisch-tschechischen Parlamentariergremium, in dem die führenden Sudetendeutschen vertreten sein sollen, vorangetrieben werden müsse.

Der jährliche Sudetendeutsche Tag werde zunehmend zu dem zentralen deutsch-tschechischen Begegnungsort und Kompetenzzentrum. Posselt: „Ich möchte, dass er noch in diesem Jahrzehnt erstmals auch in der Tschechischen Republik stattfindet.“

Wichtiges Anliegen der Volksgruppe sei auch der Abschluss eines bayrisch-tschechischen Kulturab-kommens, denn  „bayrisch-tschechische Kulturpolitik betrifft natürlich zu 80 Prozent  sudetendeutsche Kultur“, unterstrich Posselt.

Der Katholikentag in Regensburg 2014 sei schon durch die Partnerschaft der Bistümer Regensburg und Pilsen in dieser Richtung geprägt, insbesondere aber durch den neuen Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der ein Sudetendeutscher sei. Pilsen sei 2015 zudem Kulturhauptstadt Europas, 2016 folge dann die bayrisch-tschechische Landesausstellung.

Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, erläuterte das diesmalige Leitwort des Großtreffens „Zukunft braucht Heimat“: „An der Heimat teilzuhaben wird bei zunehmender Globalisierung  immer wichtiger.“ Die Verknüpfung von Heimat und Zukunft bedeute, dass man aus der Vergangenheit lerne und sich nichts von den schrecklichen Ereignissen wiederholen solle.

Pany dankte der Bayerischen Staatsregierung für ihren Beschluss, ab 2014 einen Gedenktag für die Opfer von Vertreibungen einzurichten, jeweils am zweiten September-Sonntag. Der Sudetendeutsche Tag erwarte heuer weit mehr als zehntausend Besucher, von denen viele der mittleren und jüngeren Generation angehören dürften, die sich für ihre Wurzeln und die Herkunft ihrer Vorfahren interessierten, so Pany.

Den diesjährige Sudetendeutsche Menschenrechtspreis erhält der tschechische Dokumentarfilmer David Vondráček, den diesjährigen Europäischen Karlspreis der Landsmannschaft Ministerpräsident Horst Seehofer. Weiterer Ehrengast ist Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der für die Bundes-regierung spricht. Überdies werden zahlreiche Gäste aus der Tschechischen Republik erwartet, darunter offizielle Vertreter der  demokratischen Parteien.