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Gelungene Busfahrt ins böhmische Erzgebirge

Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)

Wien, am 24. Feber 2014

Wu de Walder haamlich rauschn

Gelungene Busfahrt ins böhmische Erzgebirge.

Wieder war die Sudetendeutsche Landsmannschaft Bayreuth mit einem Bus unterwegs. Ziel war das böhmische Erzgebirge. Die Reiseroute führte über Annaberg-Buchholz, Gottesgab, Schmiedeberg, nach Kaaden und zurück nach Bayreuth. In Annaberg-Buchholz besichtigte die Reisegruppe den Barbara Uthmann Brunnen und die St. Annenkirche.

Barbara Uthmann (1514 – 1575) war eine Unternehmerin im Erzgebirge. Im Volksmund ist sie als „Klöppelkönigin“  bekannt. Sie sorgte nach dem starken wirtschaftlichen Einbruch durch den Wegfall des Erzabbaus für zahlreiche Bewohner des Erzgebirges für Brot und Arbeit.

Der Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Markt weist ebenso wie die Klöppelschule "Barbara Uthmann" auf Leben und Werk dieser bedeutenden Montanunternehmerin und Bortenverlegerin hin. Sie beschäftigte im 16. Jahrhundert bis zu 900 Bortenwirkerinnen. Heute ist das Erzgebirge mit 20.000 aktiven Klöpplerinnen das größte Klöppelgebiet Deutschlands. Klöppelkunst wird in der Region auf Hochschulniveau gelehrt.

Die St. Annenkirche, erbaut 1499 - 1525, ist eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands. Der prachtvolle Innenraum birgt wertvolle Kunstschätze wie die Kanzel von dem Bildhauer Franz Maidburg, den Annaberger Bergaltar von Hans Hesse, den Taufstein, die steinerne Bibel und die "Schöne Tür" von Hans Witten.

Weiter wurde der Keilberg, 1244 m und die Ortschaft Schmiedeberg (Kovářská) im Erzgebirge angefahren. Das Mittagessen erhielten die Teilnehmer im Hotel Central in Schmiedeberg.

Dort begrüßte die Bürgermeisterin der Gemeinde, Frau Alena Doležalová, die Reisegruppe. Sie  war sehr erfreut über den Besuch und hatte keinerlei Berührungsängste. Auffallend ist bei ihr der Umgang mit der geschichtlichen Entwicklung der ehemals deutschen Gemeinde. „Sie wisse“, so die Bürgermeisterin „dass die Ortschaft von den Deutschen geschaffen und entwickelt wurde“. Sie freue sich deshalb über jeden Besuch, besonders der ehemaligen Bewohner. Einen vertieften Kontakt würde sie begrüßen.

Dies ist wohl wieder ein kleines Beispiel für den Erfolg der Sudetendeutschen in stetigem Kontakt Brücken zu bauen und gutnachbarschaftliche Beziehungen herzustellen.

Schmiedeberg ist eine Gemeinde mit rund 1 100 Einwohnern. Sie befindet sich auf dem Kamm des mittleren Erzgebirges im Tal des Schwarzwassers auf 815 m Höhe. Der Keilberg ist mit 1244 Metern die höchste Erhebung des Erzgebirges.

In dessen Einzugsgebiet liegt auf dem böhmischen Erzgebirgskamm der Ort Gottesgab/Boží Dar, eine Stadt mit 201 Einwohnern. Der Ort gilt als die höchstgelegene Stadt in Mitteleuropa.

Dort ist  Anton Günter geboren (1876–1937), Dichter und Sänger des Erzgebirges, von dem dasweltbekannte „Feuerobndlied“ stammt. Gespielt wurde eine CD mit Originalaufnahmen aus den Jahren 1921 bis 1931 mit Erläuterungen seines Sohnes Erwin Günter, übertragen von Schellack- Platten. Diese Einspielung nahm die Reisegruppe mit viel Beifall auf.

Die letzte Station der Eintagesreise war die Stadt Kaaden/Kadan mit heute 18.000 Einwohnern.Sie liegt an der Eger. In ihr wohnten 1930 noch 8 641 deutsche Einwohner und rund 672 Tschechen.

Manfred Kees

3 v.l.n.r. Manfred Kees, Bgm. Alena Doležalová, Dolmetscher (Foto M.Kees 2014)

Ruine der Fischkonservenfabrik Kalla (Foto M.Kees 2014)