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Bischof Dr.Kurt Krenn †

Bischof Dr. Kurt Krenn | Gestorben | März-Gedenken | Festrede |

Wien, am 27. Jänner 2014

 

Sudetendeutsche gedenken des Ablebens von Bischof Kurt Krenn

Der streitbare Kirchenfürst hatte viel Verständnis für die Vertriebenen

„Die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) gedenkt in Dankbarkeit an den emeritierten Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, der im Alter von 77 Jahren – nach langer Krankheit – am 25.Jänner 2014 verschied. Krenn hatte viel Verständnis für die Vertriebenen und das vergessen wir nicht!“ erklärte Bundesobmann Gerhard Zeihsel.

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Bischof Krenn beim März-Gedenken im Jahre 2000 in Wien:

Die Wahrheit steht auf Ihrer Seite!

Der Sankt Pöltener Bischof Kurt Krenn setzte sich in seinem Festvortrag am 26.2.2000 im Wiener Kongreßhaus stattgefundenen Märzgedenken ausführlich mit dem Wahrheitsbegriff ausein-ander – einem Thema, das ja auch für die Vertriebenen von besonderer Bedeutung ist, sehen sie sich doch immer wieder mit den seltsamsten Ausformungen von „Wahrheit“ bzw. der Leugnung von Wahrheit, konfrontiert. Die wesentlichsten Auszüge der Krenn-Rede lesen Sie im folgenden:

„Nun aber zur Frage von Wahrheit und Recht in unserer Gegenwart, in unserer Kirche, in Europa und Österreich.

Wahrheit und Recht sind jene Perspektiven, die im historischen Weg Ihrer Landsmannschaft und Volksgemeinschaft bis heute noch nicht genügend offenkundig werden durften.

Es gibt – so ist es auch Ihre Erfahrung – Unwahrheiten, die ständig verbreitet und behauptet werden, ohne dass jemand dagegen protestieren könnte; solche allgegenwärtigen und stets wieder-holten Unwahrheiten hausen in den Redaktionen der Massenmedien und in jenen politischen Konstellationen, die einfach Unrechtsmäßiges und Verbrecherisches zu verschleiern haben.

Und schließlich gibt es auch Wahrheiten, die viele wissen – aber man darf sie an gewissen Orten und zu gewissen Zeiten nicht einmal aussprechen. Was hilft es, wenn man von Pressefreiheit, von Meinungsfreiheit oder von Versammlungsfreiheit redet, aber gewisse Mächtige den Unliebsamen den Mund verschließen?

Einst war es leichter, als Zeuge einer Wahrheit aufzutreten, wenn man mit Mut und Geduld etwas zu vertreten hatte; heute hingegen halten die Mächtigen die Mikrophone, die Fernsehkameras und die Redaktionen besetzt; was dort nicht zu Wort kommen kann, gilt als schlichtweg nicht mehr existent und als belanglos. Heute kann im selben Augenblick die ganze Welt etwas erfahren; da aber fast alles sich zu diesen wenigen Quellen drängt, wird andererseits vieles Wahre verdrängt und vergessen.“

…“In diesen Tagen durchschreiten wir Ärgernisse, Verleumdungen, Verächtlichmachungen und Heuchelei, die von außen, aber auch im Inneren unseres Landes von Bürgern provoziert werden, die patriotische Solidarität scheinbar völlig vergessen haben.

Als es Ihnen einmal schlecht ging, wussten Sie besser um die Pflicht zu Gottesfurcht und Solidarität; Sie haben sich durchgesetzt, mit Mut, Begabung und Geduld; dafür bewundern wir sie und danken Gott, dass Sie zu uns gekommen sind und unser Land großartig mitgestaltet haben.

Wenn es den Menschen zu gut geht, verlieren sie schneller Treue und Solidarität als in Tagen der Not. Sie haben eine schwere Schule des Leidens durchgemacht; geben Sie den Bürgern von heute Ihre Lebensbotschaft der Treue, damit unsere ängstlichen Menschen von heute wieder Boden finden. Die Wahrheit steht auf Ihrer Seite, auch wenn sie heute noch unterdrückt wird. Mit der Wahrheit wird das Recht auch Ihr Recht sein. Den neuen Himmel und die neue Erde wird uns Gott einst schenken, wo dann Gerechtigkeit und Friede wohnen und einander umarmen.“

Bischof Kurt Krenn am Rednerpult beim März-Gedenken 2000

 

v.l. Dr. Martin Graf, Bundesobmann Karsten Eder und Bischof Dr. Kurt Krenn beim März-Gedenken 2000

Bischof Dr. Kurt Krenn beim März-Gedenken 2000

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Gerne erinnern wir uns an die Einweihungsfeierlichkeiten der Sudetendeutschen Heimatstube in St.Pölten am 26.3.2003 durch Bischof Krenn und dem anschließenden Beisammensein mit ihm und den Landsleuten mit wertvollen Gesprächen!

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In Erinnerung bleibt uns auch seine Weihnachtsansprache bei der Adventfeier der SLÖ-St.Pölten in den ehemaligen Stadtsälen im Dezember 1999.

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Bis kurz vor seinem Tod hielt Obmann Reg.Rat Franz Schaden mit seiner St.Pöltener Gruppe noch Kontakt mit Bischof Krenn.

 

Wir sagen ein Letztes „Vergelts Gott!“