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Sudetendeutsches März-Gedenken - Grussworte von BP Dr. Fischer

Wien, am 28. Feber 2013

Grußworte zum Märzgefallenen-Gedenken

Der Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

 

Sehr geehrter Herr Bundesobmann!

Meine Damen und Herren der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich!

 

Ich danke Ihnen für die Einladung, auch heuer eine Grußbotschaft anlässlich Ihrer diesjährigen Gedenkveranstaltung am 2. März 2013 im Haus der Begegnung im 6. Wiener Gemeindebezirk zu übermitteln und sende auf diesem Weg meine besten Wünsche für einen würdigen Verlauf.

Meine Damen und Herren!

Sie widmen diese Gedenkstunde dem Thema

„Schicksal der Sudetendeutschen vergessen ist keine Lösung“.

Ich habe großes Verständnis für dieses Motto, denn wer vergisst, was sich in der jüngeren Geschichte ereignet hat, kann auch nicht aus der Geschichte lernen. Und wer aus der Geschichte lernen will, darf sie auch nicht vergessen.

Eine große Österreicherin, die mehrere Jahre während der NS-Zeit im Konzentrationslager verbrachte, nämlich Rosa Jochmann, hat folgende Antwort gefunden:

„Verzeihen ja – vergessen nein!“

Für diese Grundhaltung spricht auch die Tatsache, dass gesamteuropäische Solidarität und gute nachbarliche Beziehungen in Europa – auch über historische Trennlinien und schmerzliche Erinnerungen an verbrecherische Handlungen der Vergangenheit hinweg – immer wichtiger werden. „Vergessen“ ist keine Lösung für die Bewältigung einer belasteten Vergangenheit. Aber ebenso wenig wäre das Fortschleppen von Vorurteilen und von Unversöhn-lichkeit eine Lösung.

Nur durch die innere Zustimmung zu neuen Wegen können alte Gegensätze überwunden werden. Das ist eine Haltung, die es im 21. Jahrhundert verstärkt geben muss, um zukunftsorientierte europäische Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Halten wir das Gedenken an die Opfer von Hass und Ungerechtigkeit in Ehren und haben wir zugleich den Mut zu Versöhnung, Vertrauen und Dialog.

In diesem Sinn danke ich Ihnen herzlich für Ihr diesbezügliches Engagement und sende der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich meine besten Grüße!

Dr. Heinz Fischer