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Wien, am 18.März 2013

19. Jänner künftig Nationaler Gedenktag der vertriebenen Ungarndeutschen

Utl.: Feierliche Übergabe der Beschlußausfertigung im Budapester Parlament

In einer würdevollen Gedenkfeier am 11. März 2013 im prunkvollen ungarischen Parlamentsgebäude zu Budapest, gedachten kürzlich die Abgeordneten und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland der aus Ungarn vertriebenen Deutschen. Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem zweisprachigen ökumenischen Gottesdienst in der schlicht gehaltenen Kirche der deutschsprachigen Ev.-Reformierten Gemeinde von Budapest. Der katholische Bischof Laszo Biro, der ev.-luth. Bischof Peter Gancs und der ref. Bischof Jozsef Steinbach, hatten den Gottesdienst eindrucksvoll gestaltet.

Die Gedenkstunde im Parlament leitete der Chor des Deutschen Nationalitätengymnasiums mit der Volkshymne der Deutschen in Ungarn im Sitzungssaal des Oberhauses ein. Der Präsident der Ungarischen Nationalversammlung Dr. Laszlo Köver hielt die Festansprache und übergab feierlich die Beschlußausfertigung der Ungarischen Nationalversammlung an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert.

Dieser ging in seiner Erwiderungsrede auf die hervorragenden ungarisch-deutschen Beziehungen der Vergangenheit und Gegenwart ein. Es schlossen sich weitere Redebeiträge an von Zoltan Balog, Minister für Gesellschaftliche Ressourcen, dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten Staatssekretär Christoph Bergner, dem Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Otto Heinek und der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen ( BdV) Erika Steinbach, an.

Frau Steinbach verwies darauf, dass die deutschen Heimatvertriebenen mit Dankbarkeit auf Ungarn blickten. Der Gedenktag sei nicht nur ein Tag zur Erinnerung an die Vertreibungsopfer. Er gelte auch als Mahnung an die von diesem Schicksal verschont Gebliebenen, dafür einzutreten, dass Vertreibungen nie mehr zu einem Mittel der Politik werden. Mit dem deutschen Volkslied „O, Heimat wie bist du so schön …“ ging die Gedenkfeier stimmungsvoll zu Ende.

Interessierten wurde eine deutschsprachige Führung durch das historische Parlamentsgebäude angeboten, in dessen Kuppelraum die berühmte „Stephanskrone“, auch heilige Krone, aufbewahrt wird. Im Jagdsaal gab schließlich Parlamentspräsident Dr. Köver zu Ehren des Bundestagspräsidenten einen Empfang. Unter den Ehrengästen waren auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft und zugleich hessischer BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann sowie der Präsident des Deutsch-Europäischen Bildungswerkes in Wiesbaden, Georg Stolle.

Norbert Quaiser

„Eigenartig dabei ist, dass scheinbar keine Teilnehmer des offiziellen Österreichs vertreten waren, wo doch Österreich in der Vergangenheit – Österr.-Ungar. Monarchie – sehr enge Bindungen hatte“, meinte Gerhard Zeihsel, der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ).

 

Beim Empfang des ungarischen Parlamentspräsidenten. von links: Dr. Köver,
Siegbert Ortmann (Foto S.Ortmann)

von links: Siegbert Ortmann, Otto Heinek, Georg Stolle (Foto
S.Ortmann)

 

von links; Siegbert Ortmann überbringt Dr. Köver Grüße der
Sudetendeutschen Landsmannschaft (Foto S.Ortmann)

 

von links: Staatssekretär Christoph Bergner, Minister Zoltan Balog,
Siegbert Ortmann (Foto S.Ortmann)