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Kroatischer Kirtag

 

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Wien, am 4.September 2013

 

Kroatischer Kirtag in Fröllersdorf (Kiritof Frielistof/Jevisovka) 2013

Südmährer aus Österreich feierten am 1.September mit

 

Seit 1990 ist der erste Sonntag im September in der ehemals kroatischen Gemeinde Fröllersdorf in Südmähren wieder dem dort einst wichtigsten Fest des Jahres vorbehalten: dem Kirtag! An diesem Tag kommen die ehemaligen Bewohner und deren Nachkommen in ihrem Heimatort zusammen, um in alter Tradition den „Kiritof“ zu feiern. Auch heuer fanden sich wieder hunderte Kroaten aus allen Teilen Europas ein, um gemeinsam diesen Festtag zu begehen.

Der Verfasser dieses Berichts – der Obmann des Kulturverbandes der Südmährer Dkfm. Hans-Günter Grech – setzt die Kenntnis der Geschichte der Kroaten Südmährens voraus (ansonsten nachzulesen im Internet), und berichtet daher nur über die Ereignisse dieses Festtages.

Schon um 9,30 Uhr kamen die Ehrengäste unter der Führung des Botschafters der Republik Kroatien in Tschechien, Frane Krnic, mit einigen Diplomaten aus Prag und dem kroatischen Honorarkonsul für den Bezirk Brünn, Ivo Nespor, in das „Kroatische Haus“ von Fröllersdorf, wo sie von Frau Lenka Koprivova, der Vorsitzenden des Verbandes der Kroaten in der Tschechischen Republik, die gleichzeitig Ortsbetreuerin der Südmährer in Fröllersdorf ist, empfangen wurden.

Um 10 Uhr zelebrierten 4 Priester die Hl. Messe in der übervollen Kirche, musikalisch begleitet von einem Damenchor aus der kroatischen Hauptstadt Agram/Zagreb. Danach formierte sich hinter der Musikkapelle die Prozession der Teilnehmer unter der Führung von seiner Exzellenz Frane Krnic zu den Fröllersdorfer Denkmälern, die von den kroatischen Spuren in Mähren zeugen und sich in bestrenoviertem Zustand befinden bzw. neu errichtet wurden. Eine Tatsache, die vor allem einem Mann zu verdanken ist, der sich besonders um die Gemeinde verdient gemacht hat: Josef Lawitschka, einem gebürtigen Fröllersdorfer, der jetzt in Wien lebt.

Erste Station war das Denkmal, errichtet im Jahre 1934 zur Erinnerung an 350 Jahre kroatische Besiedlung der 3 Gemeinden Fröllersdorf, Guttenfeld und Neu Prerau, wo einige Ansprachen, u. a. Botschafter Frane Krnic,  gehalten wurden (die auch in tschechischer Sprache und zum Teil in deutsch übersetzt wurden), und Josef Mord gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der Besiedelung dieses Gebietes in Südmähren durch die Kroaten.

Danach ging es zum Kriegerdenkmal, das die kroatische Bevölkerung gemeinsam mit den deutschen Mitbewohnern errichtet hatten, zu einem Gebet für die Toten und Gefallenen der beiden Weltkriege. Anschließend fand am Friedhof eine kurze, berührende Andacht für alle verstorbenen ehemaligen Bewohner von Fröllersdorf statt, die keinen kalt ließ. Zumal auf dem Fröllersdorfer Friedhof neben der neu errichteten Gedenkstätte noch zahlreiche steinerne Grabsteine und Kreuze von der bis zur Vertreibung nach 1945 dort ansässigen Bevölkerung Zeugnis ablegen. Und das alles ebenfalls dank der Initiative und Tatkraft von Josef  Lawitschka!

Damit war der feierlich ernste Teil beendet. Nach der Mittagspause erfolgte um 14 Uhr der Einzug der Trachtengruppe mit ihrer überaus farbenfrohen Kleidung, ein Zeichen der Wohlhabenheit der Bevölkerung, und einer Ziege am Halfterband, die als Belohnung für die veranstaltende Burschenschaft gedacht ist. Den ganzen Nachmittag gab es Darbietungen verschiedener Gesangs-, Musik- und Tanzgruppen sowie Publikumstanz. Der Damenchor aus Agram/Zagreb sang einige kroatische Volkslieder, deren Text ich leider nicht verstand, die aber vom Publikum begeistert mitgesungen wurden.

Trotz etwas ungünstiger Vorhersagen gab es ideales Spätsommerwetter, sodass der Fröllersdorfer „Kiritof“  auch von dieser Seite ein voller Erfolg wurde, und wir vom Kulturverband der Südmährer in Österreich sicher im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.