Sudetendeutsche, Heimatvertriebene, Haus der Heimat in Wien, Sudetendeutscher Heimattag, Märzgedenken, Zeitgeschichte, Böhmen-Mähren, Sudetendeutscher Pressedienst, Sudetenpost, Publikationen

Brünner aus Wien besuchten Landsleute in Brünn/Brno

Utl.: Deutsche Beschriftungen in Museen fehlen oft noch immer!

Unter der Reiseleitung der Obfrau der BRUNA-Wien, Ulrike Tumberger, besuchten über 5 Dutzend Landleute aus Wien und Umgebung ihre Heimatstadt am 4.Mai d.J. Ein Groß-und ein Klein-Bus erreichte nach zwei Stunden die Hauptstadt von Mähren mit heute 400.000 Einwohnern.

Frau Mag. Hana Sedá – vom „Deutschen Sprach-und Kulturverband (DSKV)“ – unser Partnerverband der verblie-benen Brünner, führte bei guten Wetterbedingungen durch die historisch und kulturell interessante Stadt. Vom Dom Peter und Paul, dem Haus von Herrn Leipa, über die Kapuzinergruft mit 50 mumifizierten Toten – darunter der berüchtigte Pandurenoberst Franz von der Trenck, gings zum Krautmarkt – wo früher die „Baseln“ aus Kumrowitz/Komárov und Großhändler ihre Waren feilboten!

Über das Alte zum Neuen Rathaus, den Freiheitsplatz gelangte die große Gruppe – ohne Abgängige – zur Jakobs-kirche mit der Gedenktafel an die Vertreibung der Deutsch-Brünner am 30.Mai 1945 (Brünner Todesmarsch) nach Österreich. Zwischen 30. - 40.000 waren es – davon überlebten einige tausend diese grausame Vertreibung nicht.

Die Mittagspause verbrachte die Reisegesellschaft im Spiegelsaal des Hotel Restaurants Slovan mit Mitgliedern des DSKV und dem Heimatkreisbetreuer der Brünner in Deutschland, Dr. Rudolf Landrock. Beiden überreichte SLÖ-Bundesobmann Gerhard Zeihsel das Buch über das malende Ehepaar Csank aus Brünn.

Am Nachmittag wurde das Augustinerkloster in Alt-Brünn, am Fuße des Spielbergs besichtigt. Es wurde ursprüng-lich 1322 für Zisterzienserinnen gestiftet. Hier war Gregor Johann Mendel (1822-1884) Abt von 1868 – 1884 und führte im Klostergarten jene Pflanzenversuche durch, die zu den bekannten Vererbungsgesetzen führten. Das Kloster ist jetzt Mendel-Museum.

Vor der Kirche steht das Marmordenkmal des Abtes, ein Werk Theodor Charlemonts (1912) und im Park ein Gedenk-stein für die Heimatvertriebenen.

Wehmütig verließen so manche – aufgewühlt von Erinnerungen vor 70 Jahren – ihre Heimatstadt und erreichten gut ihre neue Heimat Wien.