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58. Böhmerwälder Heimattreffen am Mandelstein, NÖ

Utl.: Gedenkmesse, Rückblick und Totengedenken

Gestern trafen sich wieder die vertriebenen Böhmerwälder auf ihrem Mandelstein im Waldviertel an der Grenze. Diesmal leider bei dem heuer so ersehnten Landregen.

Wolfgang Trsek von der Klemensgemeinde, Außenstelle Gmünd, hatte mit Familie das Treffen wieder gut vorbereitet und konnte eine Reihe von Ehrengästen begrüßen  u.a. LAbg. Johann Hofbauer (ÖVP), die Bürgermeisterin Margit Göll (ÖVP) von Harbach und Bgm Othmar Kowar (ÖVP) von Heinrichs, die Geistlichen Monsignore Dr. Ernst Pöschl (Eisenstadt) und Pater Georg Erhart, Marienkloster Gratzen/Nové Hrady, den Obmann des Böhmerwaldbundes Direktionsrat Franz Kreuss und SLÖ-Bundesobmann Gerhard Zeihsel.

Nach der bei Regen in über 800 m gehaltenen Bergmesse bei der Gedenkapelle folgte das bewegende Böhmerwaldlied mit anschließendem Totengedenken mit Kranzniederlegung durch W. Trsek beim Bergkreuz, begleitet vom Lied vom guten Kameraden und dem Zapfenstreich – durch die Musiker aus Heinrichs begleitet.

Nach der Bergmesse trug Burgi Rudolf aus Wien, geboren in Neudorf bei Deutsch Reichenau folgenden Text vor:

„Im Jahre 1985 hat Frau Theresia Gruber aus Göllitz zum 40.Jahrestag der Vertreibung hier am Mandelstein zur Erinnerung eine Erzählung über die schreckliche Zeit vorgetragen. Heute sind es 68 Jahre seit wir unsere Heimat verlassen mussten. Wir stehen heute so wie jedes Jahr hier an diesem Ort der uns ganz nahe mit unserer alten Heimat verbindet. Möchte es daher nicht versäumen der Frau Theresia Gruber zu gedenken und diese Erzählung die in Mundart geschrieben ist, vorzulesen. Vor einigen Jahren ist Frau Gruber wie viele von damals schon verstorben. Gott schenke ihnen den ewigen Frieden.

Vierz´g Joah a laungi Zeit, und dou nun gaunz a kloas Kerndl va da Ewigkeit, Saumt Kriag und Soag´n woa domois dejs Lejm recht schai, mia haum a Hoamat ghobt sou liab und frei. Daun woa der Kriag aus, owa do san dej aundan kejma, und haum gsogt sej wean uns d Hoamat weg nejma. Unser Pinkerl hauma pockt, san außi in d Wöd, ohni das ma g´wisst haum wous hiatzt higet. Dejs Heazweh va domois, dejs woa nit bescheiden. Nur der kauns vastai, ders söwa muaßt leiden. Vierzg Joah is dejs hea, hait kimmts ma fost via wia a Wunder, das ma domois datrogn haum dajn Kumma. Mit frischen Muat und Gottvertrauen, nit zruck nua uliwö firi schaun. Sou hot´s a jeder g´schofft aus eig´ner Kroft. Wia schwa dejs ouft woa, do toama nit frog´n, do kinnt sicher a jeda dazua wos sog’n. Es woa bestimmt oft nit leicht, owa danach fost a jeder hot sai Zü erreicht. Da Böhmawödler is aus an b´sundern Huiz, des wos er si g´schoffen hot af dejs is er stuiz. Vü va domois san scho in ewinga Rua, koa Böhmerwoid Erd´n dejkt´s zua. Da Kumma van Hoamweh is fia dej hiatz gaunz kloan, sej san scha fia immer jetzt dahoam. Da Hoß wos uns domois trouff´n hot vielleicht woa dejs trotzdem a Gottesgnod? Wia gangs uns heit, waun man au bei eahna wan? Mia defatn uns jo nit amoi umtrahn. In Ordnung is wieder unser Lejm, drum mejcht ma dou vielleicht vergejm? Ah, mia bitten in Heagout um die Kroft waun mir im Vaterunser beten das er uns wieder weiter hüft. Mia wern nia vergejßn a waun mia vazein und uns a scheinsti Erinnerung der geliebten Hoamat weih´n.

Liebe Freunde, danke für die Aufmerksamkeit. Ja die Jahre vergehen doch die Erinnerung bleibt und gibt beim Blick in die alte Heimat und nach Maria Trost, der Trösterin der Betrübten uns die Kraft das Leben zu meistern. In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Heimreise.

Wir sehen uns wieder am 31. August 2014 am Mandelstein, Mitzi Prinz, die ehemalige Obfrau des Vereins Hochwald und Burgi Rudolf.“