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Selinger-Symposium 2010


PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ) Nr:2010/0033 18.10.2010

Erfolgreiches Josef Seliger-Symposium in Favoriten

Am 16. Oktober veranstaltete die Bezirksvertretung Favoriten gemeinsam mit der Seliger Gemeinde in Wien und dem Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) eine Gedenkveranstaltung und ein wissenschaftliches Symposium anlässlich des 90. Todestags  von Josef Seliger.

Seliger war deutschböhmischer Sozialdemokrat und als Arbeiterführer aus dem Raum Reichen-berg Vorsitzender der 1919 in Teplitz/Teplice gegründeten Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP).

Um 11 Uhr wurde in der Sapphogasse in 1100 Wien in der Seligersiedlung ein Kranz niedergelegt. Dort befinden sich auf Höhe Hausnummer 20 zwei Gedenktafeln, die an Josef Seliger, seinen Einsatz für das nationale Selbstbestimmungsrecht und an das Massaker an den Sudetendeutschen vom 4. März 1919 erinnern.

Damals rief Josef Seliger zu einem Generalstreik auf. Die friedliche Kundgebung wurde unter Einsatz militärischer Gewalt von den tschechischen Behörden aufgelöst. In mehreren sudeten-deutschen Städten schossen tschechische Soldaten in die Menge.

Die Sudetendeutschen beklagten 54 Todesopfer.

Der Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung wohnten namens der Bezirksvertretung Favoriten Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Volkmar Harwanegg bei. Von der FPÖ-Bezirksvertretung kam Klubobmann Michael Mrkvicka.

Als Gast konnte mit Stadtrat a.D. Franz Lebeth auch ein Vertreter aus Klosterneuburg, der Paten-stadt der Sudetendeutschen begrüßt werden. Die Heimatvertriebenenverbände waren durch den stv. Bundesobmann des VLÖ, Ludwig Niestelberger, Gerhard Zeihsel als Obmann der Sudeten-deutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) sowie durch Leo Zahel, dem Obmann der Seliger Gemeinde in Wien, vertreten.

In Ansprachen erinnerten Harwanegg, Zeihsel und Zahel an das Wirken von Josef Seliger und an das nationale Selbstbestimmungsrecht, das den Sudetendeutschen verwehrt wurde.

Im Anschluss fand im Volksheim am Laaer-Berg das Symposium mit vier Referaten statt. Zu den Referenten gehörten Univ. Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb (Nationale Frage und die Sozialdemo-kratie vor 1918, in der CSR und im Exil) vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Dr. Karl Zeßner (Josef Seliger – Leben und Werk) aus dem Saarland, der unter Friedrich Prinz eine Dissertation zu Josef Seliger (Josef Seliger und die nationale Frage in Böhmen) verfasste, Mag. Armin Laussegger (Das Erbe von Josef Seliger: Prager Frühling und die Arbeiterbewegung in der Tschechoslowakei), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Niederösterreichischen Landesausstellung 2009, und Dr. Peter Wassertheurer (Josef Seliger als Reichsratsabgeordneter in Wien) vom VLÖ im Haus der Heimat.

Zum Abschluss der Veranstaltung führte Zahel durch die Sonderausstellung

Geschichte der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP),

die im Volksheim, Laaer-Berg-Straße 166, Eingang Economogasse, A-1100 noch bis zum 25. Oktober 2010 bei freiem Eintritt zu besichtigen ist:

Montag, 18. Oktober bis Freitag, 22. Oktober 2010 14.00 bis 17.00

Sonntag, 24. Oktober 2010 10.00 bis 12.00

Montag, 25. Oktober 2010 14.00 bis 17.00

Das Symposium wurde mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvorstehung Favoriten (kultur in favoriten) subventioniert.

http://donauschwaben.at/2010-33_Erfolgreiches%20Josef%20Seliger-Symposium%20in%20Favoriten.pdf